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Übersicht:
Sind die Dosierungen der orthomolekularen Medizin nicht zu hoch?
Nein. Die Empfehlungen der Ernährungsverbände gelten im besten Fall für Gesunde. Wir geben zusätzlich Nährstoffe weil sie dem oxidativen Stress entgegenwirken.
Sind natürliche Vitamine besser?
So kann man das nicht sagen. Dem Körper ist es grundsätzlich egal, ob der Stoff synthetisch oder durch Extraktion aus Pflanzen hergestellt wurde. Wichtig ist primär die Ausgewogenheit der Mischung und eine hohe Bioverfügbarkeit. Tatsächlich werden Nährstoffe am Besten aufgenommen, wenn sie in pflanzliche Teile „eingebaut“ sind. Offenbar spielt dabei der physikalische Zustand (kolloidal) eine große Rolle. Zusätzlich scheinen die in Pflanzen immer vorhandenen Provitamine (Vorstufen) einen günstigen Einfluss auf die Verwertbarkeit (Resorption) der Nährstoffe zu haben.
Daher sind Produkte, die auf diese Kriterien Rücksicht nehmen zu empfehlen.
Durch die bessere Verwertbarkeit kann dann auch ein niedriger dosiertes Präparat so gut wirken wie, ein mengenmäßig höher dosiertes!
Sind große Mengen von Vitaminen nicht schädlich?
Hier muss man genauer Fragen welche. Grundsätzlich sind Vitamine harmlos. Es gibt wenig Substanzen, die man so gut bei Krankheiten oder zur Vorbeugung einsetzen kann, wie Vitamine.
Bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, und K ist Vorsicht geboten. In Amerika gab es in den letzten 20 Jahren ca. 100.000 Todesfälle durch Arzneinebenwirkungen. Durch Mikronährstoffe war es ein einziger Fall!
Vertragen sich essentielle Nährstoffe mit Arzneimitteln?
Ja. Sie sind darüber hinaus sogar sehr gut kombinierbar und unterstützen die Therapie! Bei Chemotherapie und Bestrahlungstherapie, sowie bei Antibiotikatherapie können Mikronähstoffe die Nebenwirkungen mildern, oder sogar verhindern!
Ist der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen bei allen Menschen gleich?
Nein. Die orthomolekulare Medizin versucht möglichst individuell zu dosieren. Nicht nur unterschiedliche Menschen, haben auch unterschiedliche Erkrankungen und brauchen daher individuelle Mischungen. Je nach Fall reicht der Bedarf von gut kombinierten Fertigprodukten bis zur individuellen Mischung nach Durchführung einer genauen
Blutanalyse.
Wie kann ich als Laie erkennen welche Präparate gut sind?
Ein Kriterium ist die Angabe von Inhaltsstoffen. Jede gute Firma wird ihr Präparat genau kennzeichnen. Das heißt, dass die Angaben in Gramm (g), Milligramm (mg) oder Microgramm (mcg) pro Dosis, in 100g und der sogenannte RDA-Wert in % angegeben sein sollten. Firmen die sich der Mühe und den Kosten der Analyse ihrer Präparate aussetzen, scheinen mir seriöser, als jene die nur auf die gesunde Wirkung ihrer Mittel hinweisen.
Das bedeutet umgekehrt nicht, dass jene die nur auf die Wirkung verweisen schlecht sein müssen, aber die Beurteilung ist eben schwerer.
Muss ich dann dauernd Nähstoffe zuführen? Mein Leben lang?
Nein, ganz bestimmt nicht. Mehr ist nicht unbedingt gesünder. Ab einem gewissen Grad der Zufuhr sind meist keine Steigerungen zu verzeichnen. Die passende Zufuhr ist auch die Beste!
Ausnahmen können bei bestimmten Lebensweisen und Gewohnheiten gegeben sein. So bei regelmäßigem Alkoholgenuss oder bei RaucherInnen. Auch Menschen die viel Fliegen (vor allem Langstreckenflüge) brauchen vermehrt essentielle Nährstoffe.
Sport und Leistungssport ist dabei ein eigenes Thema.
Erspare ich mir den Arztbesuch?
Bestimmt nicht. Hohe Dosen von essentiellen Nährstoffen können uns ein Wohlbefinden verschaffen, das auch über eine ernste Krankheit hinweg täuscht. Besonders bei länger anhaltenden Beschwerden und Symptomen sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
Ich bin davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren die orthomolekulare Medizin als Teil der ärztlichen Behandlung Standard in den Praxen werden wird.
Stimmt die Redewendung: „Nützt es nicht, so schadet es wenigstens nicht!“ auch für Vitamine?
Grundsätzlich denke ich, dass dieser Satz auf keinen Stoff in der Natur stimmt. Ganz egal ob wir der westlichen Tradition in der Medizin trauen (Paracelsus: „Alles ist giftig.“) oder den östlichen Lehren (Alles hat zwei Seiten, Yin-Yang-Prinzip), die Dosis macht die Wirkung. Im Falle der essentiellen Nährstoffe kommt es zusätzlich auf ein richtiges Mischungsverhältnis der Stoffe an. Einseitige Gaben können durchaus Schaden anrichten!
Anmerkung:
Selbst in der Homöopathie gibt es die sogenannte Arzneimittelprüfung, bei der gesunde Menschen die zu Lern- und Testzwecken homöopathische Arzneien einnehmen (meistens ÄrztInnen in Ausbildung oder begeisterte Laien) durch die Einnahme Symptome produzieren. Auch wer unnötig lange homoöpathische Arzneien einnimmt kann in diese Arzneimittelwirkung kommen!
Verursacht Vitamin C Nierensteine?
Das ist eine häufige Frage, und das Gerücht, dass Vitamin C Nierensteine verursacht hält sich (auch unter ÄrztInnen) immer noch hartknäckig!
Untersuchungen haben gezeigt, dass selbst eine Zufuhr von 10g! pro Tag die Oxalsäureausscheidung nur unbeträchtlich erhöhen. Bei regelmäßiger Einnahme von 1g Vitamin C wurde keine Zunahme von Nierensteinen beobachtet.
Eine Überdosierung von Vitamin C ist kaum möglich! Die einzige Nebenwirkung ist Durchfall der bei Aussetzen der Einnahme sofort verschwindet. Durch Einnahme von Vitamin C während einer Mahlzeit, lässt sich diese Wirkung verhindern. (Siehe auch: H.Dietl/G.Ohlenschläger Handbuch der Orthomolekularen Medizin, Haug Verlag)
Brauche ich zusätzlich Vitamine wenn ich mich gesund ernähre?
Das kommt darauf an. Die Frage nach der sogenannten „gesunden Ernährung“ wird uns in den nächsten Jahren mehr beschäftigen als wir heute ahnen. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass in unseren Nahrungsmitteln die essentiellen Nährstoffe zur Deckung unseres Bedarfes nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sind! Verschiedenste Studien zeigen, dass durch Überdüngung, Konservierung, lange Transporte, Auslaugung der Böden und die vielen Zusatzstoffe, der Anteil an essentiellen Nährstoffen arg gelitten hat!
Die kurmäßige Zufuhr von essentiellen Nährstoffen kann ein guter Teil der Vorbeugung von Krankheiten sein. Trotzdem sollten wir auf eine gesunde Ernährung, besonders was die Verteilung von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten und die Aufnahme von Ballaststoffen betrifft, nicht verzichten! Frisches Obst und Gemüse sind also mehr denn je „in“!
Reicht es nicht ein oder zwei Stoffe gezielt zu nehmen?
Nein meistens nicht. Eine wesentliche Erkenntnis der orthomolekularen Medizin ist, dass eine bestimmte, oft sehr komplexe, Mischung zugeführt werden muss um eine gute Verwertung zu erzielen. Bei Zufuhr einzelner Stoffe kann es zur Verschiebung im Verteilungsverhältnis kommen, das kann sich negativ auf den gewünschten Effekt auswirken.
Nimmt der Körper überhaupt so viele Vitamine auf?
Die Resorptionsquote hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einmal in welcher Form die essentiellen Nährstoffe angeboten werden.
Als Einzelsubstanzen oder in einer ausgewogenen Mischung. Hier sind ausgewogene Mischungen zu bevorzugen.
An Pflanzenteile gebundene Mikronährstoffe werden besser aufgenommen als reine, synthetische Stoffe. (Siehe auch weiter oben)
Auch eine funktionierende Darmflora spielt eine große Rolle. Viele Menschen haben verursacht durch Krankheit, falsche Ernährung oder manchmal auch durch Medikamente (z.B.: Antibiotikatherapie) eine geschädigte Darmflora. Das heißt die Darmbakterien, die uns beim Verdauen helfen, sind nicht im richtigen Verhältnis vorhanden. Durch diese „Dysbiose“ des Darmes kommt es zur Erschwerten Aufnahme von essentiellen Nährstoffen. Daher beginnen viele Ganzheitsmediziner, die Therapie ihrer PatientInnen mit einer Darmsanierung.
Welches ist das wichtigste Vitamin?
Die Frage ist dieselbe wie: „Welches der vier Räder eines Autos ist das wichtigste?“. Fehlt eines, fährt das ganze Auto nicht! Im Körper sind es nur weit mehr als „4 Räder“! In unserer Datenbank sind über 100! essentielle Nährstoffe gespeichert!
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